|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Von Toulouse bis zum Atlantik verläuft der Canal de Garonne. Da die Garonne nur unbequem und bedingt schiffbar ist, wurde Mitte des 19. Jahrhunderts dieser Kanal geschaffen. Zusammen mit dem in Ostrichtung verlaufenden Canal du Midi bildet er den Canal des Deux Mers, eine wichtige Wasserverbindung zwischen Atlantik und Mittelmeer.
|
1667 begann man mit dem Bau des Canal du Midi im ersten Abschnitt zwischen Naurouze und Toulouse. Ein grosses Wasserreservoir versorgte den Kanal mit Wasser aus der Montagne Noir. Danach erfolgte der Bau zwischen Trèbes und Sète und weiter nach Castelnaudry. 1679 entstand einer der ungewöhnlichsten Abschnitte, der 160 m lange Tunnel del Malpas durch den Colline d'Ensérune im Département Hérault. Im Oktober 1680 galt der Kanal als fertiggestellt und ging in Betrieb. |
|
|
|
|
1787 wurde mit der Fertigstellung des Canal de Jonction eine befahrbare Wasserverbindung mit dem bereits bestehenden Canal de la Robine geschaffen, der über Narbonne und Port-la-Nouvelle zum Mittelmeer führte.
Die wirtschaftliche Bedeutung des Kanals war bis in die zweite Hälte des 20 Jahrhunderts enorm, sodass mit diesem Verkehrsweg sogar Gewinn erwirtschaftet werden konnte. |
In den 50er und 60er Jahren verlagerte sich das Transportaufkommen weitgehend auf die parallel verlaufende Autobahn, die Autoroute des deux Mers, und der Canal du Midi entwickelte eine gewisse Idylle, die recht schnell als touristisches Potential erkannt wurde. Heute ist der Canal du Midi ein Touristik-Highlight. Hausboote mit Urlaubern befahren in grosser Zahl die Wasserstrasse. Diese Boote können vor Ort gemietet werden. Sie sind meist komfortabel ausgestattet und stehen ohne Führerschein zur Verfügung. |
|
|
Für Neueinsteiger empfiehlt sich die Mitreise in einer Gruppe und eventuell die eigenständige Anmietung für einige Stunden. Wer daran Gefallen findet, kann aus einer Vielzahl von Booten und Anbietern wählen und für den nächsten Urlaub eines der Hausboote mieten.
Die Gesamtlänge des Canal du Midi liegt bei 240 km, wobei ein Höhenunterschied von 189 m überwunden wird.
|
|
|
Napoléon I. verstaatlichte 1792 den Kanal. Mitte bis Ende des 19. Jh wurde der Kanal durch die Eisenbahngesellschaft verwaltet, anschliessend wieder in Staatsbesitz.
Die alten Treidelpfade, auf denen früher die Zugpferde gingen, sind heute beliebte Spazier- und Radwege. Einige Abschnitte sind auch mit dem Auto befahrbar. Die Uferbepflanzung, üblicherweise Platanen, Pappeln und Zypressen geben dem Kanal das typische Erscheinungsbild. Ein weiters Merkmal ist die ungewöhnlich erscheinende Ovalform der Schleusenbecken des Canal du Midi. Dies hat statische Vorteile und bietet trotz relativ kleiner Ein- und Ausfahrten genügend Platz für 2 Boote nebeneinander.
|
|
|